Kürzlich wurde ich wieder einmal gefragt, warum ich denn noch nicht twittere und noch keinen Account bei Facebook habe. Ich gebe zu, dass ich schon des öfteren kurz davor war, mich bei beiden anzumelden, aber immer kam irgendetwas dazwischen, was Priorität hatte, so dass ich letztendlich immer noch nicht drin bin.
Irgendwie war auch immer eine Restskepsis in mir vorhanden, ob das wirklich sinnvoll für mich ist. Und, vor allem, stellte ich mir Frage: Wer soll die Accounts denn pflegen??? Ich sehe es ja schon alleine an diesem meinen Blog: einen Blog, der nicht kontinuierlich mit neuen Inhalten gefüttert wird, kann man eigentlich von vornherein vergessen. Aber die Zeit dafür muß man ja als Einzelkämpfer erstmal aufbringen! Und: Läuft man nicht Gefahr, sich vor lauter Betätigungen im Netz heillos zu verzetteln und das reale Leben mit all seinen Aufgaben ein bißchen in den Hintergrund zu schieben und aus den Augen zu verlieren? Hm.
Nun ist es ja oft so, dass sich Dinge erledigen, wenn man sie nur lange genug vor sich herschiebt … Dank Hans-Peter Zimmermann (www.hpz.com) hat sich die Frage für mich nun erledigt: in seinem Powerletter von letzter Woche schreibt er sehr überzeugend, warum er sich von Facebook, Xing und Twitter verabschiedet hat.
Nun also HPZ’s Meinung zu den Social Networks:
(Quelle: Powerletter vom 26.01. – Im Letterindex finden Sie eine Übersicht über die bisher erschienenen Powerletter und können ihn auch abonnieren):
(…) “Von den 11’300 Abonnenten meines Power-Letters werden vermutlich höchstens 1’000 die so genannten Social Networks nutzen. Für die anderen ist das ein Fremdwort.
Ich habe gute Neuigkeiten für Euch: Es darf in meinen Augen ein Fremdwort bleiben. Ich habe meine Konten bei Facebook, Xing und Twitter aufgelöst. Falls es Euch interessiert, hier sind die Gründe:
Soziale Netzwerke sind vielleicht interessant für Angestellte, die jedes zweite Jahr einen neuen Job möchten, oder für Politiker, die auf jede einzelne Stimme angewiesen sind. Für Unternehmer, die etwas Exklusives zu bieten haben und somit ihre Kunden selektiv auswählen, ist das nur viel Lärm um nichts.
Dieses “Sätzchen an jeden Baum pinkeln”, wie bei Twitter und Facebook üblich, ist eines erwachsenen Menschen unwürdig. Und oft erinnert es mich an die Zeiten, wo wir uns noch an einem Poesiealbum erfreuen konnten. Wer seine Pubertät nachholen muss, bitteschön, aber ohne mich.
Wer der Internet-Gemeinde etwas zu bieten hat, der wird auch gefunden, ohne dass er soziale Netzwerke bemühen muss. Und wer nichts zu bieten hat, der muss auch nicht gefunden werden. So einfach ist das.
Ich habe in letzter Zeit ein paar Menschen beobachtet, die sehr aktiv am Twittern und Facebooken sind. Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber bei mir sinken die in meiner Achtung, weil ich denke, wer täglich zehnmal sein Befinden von den Bäumen zwitschern muss, der weiss wohl zu wenig mit seiner Zeit anzufangen.
Eine Zeitlang habe ich den Medien geglaubt, die behaupteten, soziale Netzwerke seien das Ding der Zukunft. Mag sein, dass es das für die grosse Masse ist, aber die grosse Masse hat mich nie interessiert. Erinnert sich übrigens noch jemand an Second Life, diese virtuelle Internet-Welt? Dort hat eine Zeitlang jeder Weltkonzern massenhaft Geld investiert; heute haben sich die meisten wieder zurückgezogen. Ist auch klar, warum. Wenn mein First Life interessant genug ist, was brauche ich dann ein Second Life?
Um mein First Life und um Eure First Lives will ich mich in Zukunft wieder vermehrt kümmern, und daher hat es sich für mich ausgezwitschert. Wer hat wohl den Mut, diese Nachricht zu twittern?
“(…)
Ja, das klingt für mich überzeugend. Der einzige Account, den ich für mich trotzdem als sinnvoll erachte und den ich auch behalten werde ist bei XING. Mit diesem Account habe ich zwar noch keine neuen Kunden und Aufträge gewonnen, jedoch schon etliche alte Kollegen, vor allem aus meiner Warner Bros. Zeit, wieder gefunden. Dafür hat es sich für mich schon gelohnt, dabei zu sein! Zumal hier auch der Zwang, das Ganze kontinuierlich mit neuem Leben füllen zu müssen, damit es Sinn macht, ja nicht gegeben ist …